Plastik ist Plastik ist Plastik ist Plastik ...

… oder doch nicht?! Wirft man einen Blick auf Wikipedia, so findet man unter dem Eintrag „Liste der Kunststoffe“ eine Tabelle mit 105 Zeilen. Ganz schön viel dafür, dass der Inhalt der Liste landläufig als Plastik abgetan wird. Kunststoffe haben eine lange, sind sehr individuell in ihren Entstehungsprozessen und verfügen über unterschiedliche Eigenschaften. Auch ihre Recyclingfähigkeit ist divers. Klassifiziert werden sie seit 1988 mit dem Resin Identification Symbol. Ein Überblick.

 

Der Klassiker: PET

Die Abkürzung kennt man. PET steht für Polyethylenterephthalat. Es handelt sich um einen transparenten, leichten und festen Kunststoff, der zudem leicht zu recyceln ist. Hitze und Sonneneinstrahlung setzen ihm allerdings zu und es werden schädliche Chemikalien freigesetzt. PET wird oft für Getränkeflaschen und andere Lebensmittelverpackungen verwendet. Aber auch bei Textilien kommt der Kunststoff immer häufiger zum Einsatz.

Der Komplexe: PVC

Polyvinylchlorid kennt man als Bodenbelag vergangener Tage. Tatsächlich kommt PVC noch immer recht häufig in Wohnungen und Häusern vor – in Rohren, Fenstern oder Wandverkleidungen. Der Kunststoff ist witterungsbeständig und chemikalienresistent. Sonnenlicht und Hitze zersetzen ihn allerdings. Dabei werden giftige Chemikalien freigesetzt, genauso wie bei seiner Verbrennung.

Der Dichte: HDPE

HDPE ist ein Polyethylen mit hoher Dichte. Es wird für ganz unterschiedliche Produkte eingesetzt. Zum Beispiel für Milchflaschen oder Rohre. Der Kunststoff ist sehr robust, langlebig und leicht recycelbar. Jedoch ist Polyethylen schwer abbaubar. Bei seiner Verbrennung werden giftige Chemikalien freigesetzt.

Der Zähe: LPDE

LDPE ist das genaue Gegenteil von HDPE – nämlich ein Polyethylen mit niedriger Dichte. Man kennt es als Material für Einkaufstaschen und viele Arten von Lebensmittelverpackungen. Und richtig: Es wird auch für Rohre verwendet. Der Kunststoff ist zäh und flexibel zugleich. LDPE kommt auch deshalb so häufig zum Einsatz, weil es sich leicht recyceln lässt.

Der Günstige: PP

Viele Kinder wachsen mit Polypropylen auf. Der Kunststoff wird oft für die Erzeugung von Spielzeug verwendet. Außerdem findet man ihn in Lebensmittelverpackungen und in Flaschen für Arzneimittel. PP ist nicht nur sehr stark und haltbar, sondern auch äußerst günstig. Zwar ist der Kunststoff leicht recycelbar, kann aber nur schwer abgebaut werden.

Der Komplizierte: PS

Polystyrol hat einen vergleichsweise einfachen Namen, ist aber recht kompliziert. Eigentlich ist es ein leichter und stabiler Kunststoff, der einfach herzustellen und zu recyceln ist. PS wird besonders häufig im Lebensmittelbereich eingesetzt: für Einwegbecher und -geschirr, Fleischtassen usw. Polystyrol ist aber sehr anfällig für eine Zersetzung durch Sonnenlicht und Hitze. Und es kann nur schwer zurückgewonnen werden.

 

Der Rest: andere Kunststoffe

Alle Kunststoffe, die nicht unter den ersten sechs Kategorien zu finden sind, werden in der siebenten zusammengefasst. Aufgrund ihrer uneinheitlichen chemischen und physikalischen Zusammensetzung sind sie schwieriger zu recyceln. Manche von ihnen – wie zum Beispiel Bisphenol A (BPA) – enthalten gefährliche Chemikalien. Diese können negative Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt haben. Ihre Entsorgung stellt eine große Herausforderung dar. Daher werden sie auch immer häufiger verboten.

 
Erschienen in der dritten Ausgabe von „Wir erzählen nur Müll“ im März 2025.
Text: buero balanka
Fotos: Unsplash (Charles Deluvio), Unsplash (Christopher Vega)
 
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